Wintersport aus Sicht der Ernährung

Die regnerische, windige, graue, kalte Winterzeit bedeutet für viele Sportler die sich ihre Fitness im Freien holen eine echte Herausforderung. Ob aus gesundheitlichen oder leistungsorientierten Aspekten - wer vom regelmäßigen Sporttreiben profitieren möchte, kann sich keine viermonatige Winterpause erlauben.

Die größte Problematik bei Kälte liegt wohl in der Aufrechterhaltung der Körpertemperatur.
Eine Unterkühlung kann natürlich in erster Linie durch bedarfsangepasste Kleidung verhindert werden. Moderne Sportbekleidung von zahlreichen Herstellern hat sich nicht nur bewährt, sondern mittlerweile auch bei den Sportlern etabliert.

Der Körper verbraucht mehr Energie

Unabhängig davon ist der Organismus bei kalten Umgebungstemperaturen bestrebt mehr Wärme zu erzeugen. Dies führt zunächst zu einem gesteigerten energetischen Grundumsatz. Sportler mit höherem Körperfettgehalt (Isolationsschicht) sind davon natürlich weniger betroffen.
Zusätzlich wird die Durchblutung peripherer Gewebe gedrosselt. Dies bedeutet, die Haut wird weniger durchblutet, was z.B. zu kalten Händen führen kann. Sollte es trotzdem zu einem weiteren Absinken der Körperkerntemperatur kommen, wird durch schnelles kontrahieren der Muskulatur (Zittern) Wärme erzeugt.
Bei gleicher körperlicher Belastung benötigt der Organismus im Winter also mehr Energie als im Sommer. Einige Wissenschaftler leiten daraus die Empfehlung ab, dass Personen die Gewicht reduzieren möchten von Sport bei winterlichen Temperaturen profitieren können. Vorraussetzung ist natürlich, dass dies nicht durch Weihnachtskekse und sonstige Leckereien kompensiert wird.

Kohlenhydrate - Wichtigster Brennstoff im Winter

Der gesteigerte Energieumsatz wird primär über die Verbrennung von Kohlenhydraten gewährleistet. Daher sollten vor allem Athleten mit niedrigem Körperfettgehalt auf eine ausreichende Versorgung mit Kohlenhydraten achten. Eine Unterversorgung, also geringer Muskelglykogengehalt, kann zu einer verminderten Kältetoleranz führen.

Die Flüssigkeitsbilanz muss stimmen

Der Schweißverlust ist bei kalten Temperaturen normalerweise verringert. Dies hängt unter anderem auch sehr von der Kleidung ab. Unter Umständen kommt daher dem Flüssigkeitsausgleich nicht die Bedeutung zu, wie im Vergleich zu sommerlichen Temperaturen.
Bei trockener kalter Luft können jedoch erhebliche Mengen an Flüssigkeit über die Atmung verloren gehen. Zu beachten ist zudem, dass sich der Durst als ein später Indikator für ein Flüssigkeitsdefizit aufgrund der Kälte noch weniger bemerkbar macht. Es muss also noch bewusster getrunken werden.
Warme bis heiße Getränke werden von Seiten der Sportler im allgemeinen favorisiert. Warme Getränke sind zudem eine gute Wärmequelle für kalte Hände und vermitteln ein angenehmes Wohlgefühl. Außerdem werden warme Getränke von Sportlern meist als verträglicher empfunden.

Allgemeine Sportpraktische Tipps

· Ein großer Teil der Körperwärme (> 50% ) geht über den Kopf verloren, daher sollte bei niedrigen Temperaturen eine Kopfbedeckung getragen werden.

· Halten Sie Hände und Füße warm. Die Extremitäten werden im Allgemeinen schlecht durchblutet und bei langem Aufenthalt in der Kälte drohen Erfrierungen. Unter Umständen sollte eine Gesichtsmaske getragen werden.

· Zwiebelprinzip, versuchen Sie sich mit mehreren Schichten Kleidung besser der jeweiligen Außentemperatur anzupassen.

· Eine Unterkühlung sollte prinzipiell vermieden werden. Sportler sollten beachten, dass die Energieproduktion mit beenden der sportlichen Betätigung deutlich abnimmt. Für zusätzliche wärmende Kleidung nach dem Sport muss unbedingt gesorgt werden.

Hans Braun


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