Ernährung bei einem Extremausdauerwettkampf

Für viele Sportler ist ein Marathon das höchste der Gefühle, manche wagen sich gar an einen Triathlon und verspüren hier die Grenze der sportlichen Belastbarkeit. Es gibt jedoch auch die Gruppe der Unbeugsamen, die sich an Langdistanzen wie den längsten Triathlon der Welt wagen.
B. Knechtle und G. Müller vom Institut für Sportmedizin und Institut für klinische Forschung des Schweizer Paraplegiker-Zentrum haben die Nahrungsaufnahme bei einem Athleten während dieses Triathlons über

38 km Schwimmen
1800 km Radfahren
422 km Laufen

analysiert.
Für die Gesamtstrecke benötigte der Sportler 240 Stunden - 55 Min - 33 Sek.
Entsprechend dieser extremen Belastung kommt der Ernährung eine zentrale Bedeutung zu. Eine Grundvoraussetzung ist die Deckung des Energiebedarfs. Problematisch sind hierbei die Verdauungs- und Resorptionsvorgänge die während intensiver körperliche Belastung eingeschränkt sind.

Im Durchschnitt nahm der Athlet knapp 32,7 Mega Joule / ca. 7800 kcal zu sich.
Pro Tag waren dies 1065 g Kohlenhydrate, 246 g Fett und 269 g Protein bei einer Energieverteilung von 67,4 % Kohlenhydrate, 15,6 % Fett und 17,0 % Protein.

Dem Sportler bzw. dem betreuenden Team ist es gelungen den Sportler mit einer, der Belastung angemessenen, hohen Kohlenhydratzufuhr zu versorgen. Auch wenn die Belastungsintensität bei Extrembelastungen eher niedrig gewählt wird, kommt den Kohlenhydratspeichern eine leistungslimitierende Bedeutung zu.

Eine Kohlenhydratzufuhr von über 1000g ist doch eher ungewöhnlich und stellt zudem ein hohes Volumen an Lebensmitteln dar. Die Autoren weißen ausdrücklich darauf hin, dass keine Kohlenhydratkonzentrate oder handelsübliche Sportgetränke eingesetzt wurden. Um eine Vorstellung davon zu bekommen welche Mengen dies sind, hier einige Beispiele.

1000g Kohlenhydrate sind jeweils enthalten in:

3300 g Pasta - gekocht
1450 g Pasta - Rohware
1600 g Haferflocken
45 Brötchen
47 Bananen

Neben der Energieversorgung kommt der ausreichenden Flüssigkeitsaufnahme eine besondere Bedeutung zu. Im Durchschnitt konsumierte der Sportler 8,8 Liter pro Tag.
Am ersten Tag wurde gar eine Getränkezufuhr von 15 Litern erfasst. Möglicherweise ist dies auf die hohe Wassertemperatur (33°C) beim Schwimmen zurückzuführen.

Um solche Extrembelastungen über 10 Tage durchzustehen Bedarf es neben der Aufnahme enormer Mengen an Lebensmitteln und Getränken einer sehr guten logistischen Vorbereitung und eines kompetenten Betreuerteams. Dies stand dem Sportler anscheinend zur Verfügung.

Den gesamten Artikel finden Sie auf der Internetseite der Deutschen Zeitschrift für Sportmedizin - Ausgabe 02-2002.

Quelle:
B. Knechtle, G. Müller; Ernährung bei einem Extremausdauerwettkampf; Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin, Jahrgang 53; Nr 2 (2002)
http://www.zeitschrift-sportmedizin.de



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