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Doping-Mittel
als Nahrungsergänzungsmittel getarnt
Köln (dpa) - Eine neue
Qualität im Doping hat das Kölner Institut für Biochemie
festgestellt. Zum ersten Mal fanden die Dopingfahnder ein anaboles Steroid,
das als Nahrungsergänzungsmittel getarnt war. "Wir haben
in England das Nahrungsergänzungsmittel Med A 17 diol bestellt,
dann haben wir gemerkt, dass es das anabole Steroid Methandionon
enthält. Und das sogar in wirksamen Mengen", erklärte Prof.
Wilhelm Schänzer am Donnerstag beim internationalen Symposium "Gesundheits-
und Dopingrisiken von Nahrungsergänzungsmitteln und sozialen Drogen"
in Köln. Bisher war die Sachlage meist umgekehrt. In Nahrungsergänzungsmitteln
wurden leichte Spuren von anabolen Steroiden oder Ephedrin festgestellt,
die bei einigen Athleten auch schon zu positiven Dopingtests geführt
hatten. Schänzer führt diese Kontaminierungen in der Regel darauf
zurück, dass die Qualitätskontrollen bei den Herstellern nicht
ausreichend seien. Bei der Produktion ist die Reinigung der Maschinen
der höchste Kostenfaktor, so dass daran oft gespart wird. Auf internationaler
Ebene bereiten zudem die unterschiedlichen Regularien große Probleme.
In den USA sind Pro-Hormone als Nahrungsergänzungsmittel definiert.
In Europa sind sie als Medikament verboten. Eine weltweite Harmonisierung
der Vorschriften hält der schottische Professor Ronald Maughan, Mitglied
der IOC-Arbeitsgruppe Nahrungsergänzungsmittel, für unwahrscheinlich:
"Ich glaube nicht, dass wir da etwas ändern können. Denn
in den USA hat dieser Wirtschaftszweig großen Einfluss, weil er
jährlich 15 bis 18 Milliarden Dollar umsetzt."
Quelle: dpa, 18.07.2002
An Meldungen mit verunreinigten
Nahrungsergänzungsmitteln müssen wir uns scheinbar gewöhnen,
besonders pikant wird diese Nachricht jedoch im Zusammenhang mit 2 aktuellen
Dopingfällen in der britischen Leichtathletik.
Britische Athleten positiv getestet
Die Doping-Tests bei der britischen
Stabhochspringerin Janine Whitlock und bei Diskuswerfer Perris Wilkins
sind positiv ausgefallen. Dies gab der britische Leichtathletikverband
UK Athletics bekannt. Bei beiden Athleten wurden Spuren des Steroids
Methandionon nachgewiesen.
Nach der Qualifikation für
die Commonwealth Games (25. Juli bis 4. August in Manchester) wurde das
leistungsfördernde Mittel in Whitlocks Probe festgestellt. Wilkins
wurde am 11. Juni nach einem positiven Test gesperrt. Fällt auch
die B-Probe für Whitlock, die am Wochenende in Birmingham ihren sechsten
nationalen Titel gewann, positiv aus, wird sie bereits für die Commonwealth
Games gesperrt sein.
Quelle: www.eurosport.de
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