Nahrungsergänzung und Prohormone

Die scheinbar unendliche Geschichte um verunreinigte Nahrungsergänzungsmittel geht weiter. Auf einem Workshop zur Doping Analytik (März 2001) berichteten Mitarbeiter des Instituts für Biochemie der Deutschen Sporthochschule Köln über aktuelle Untersuchungsergebnisse.

Im Institut wurden seit 1999 153 Nahrungsergänzungsmittel untersucht. Dabei handelt es sich um Substitutionspräparate, die laut Verpackungsangaben keine sogenannten Prohormone beinhalten sollten. Die meisten der untersuchten Produkte ergaben sich aus Nachforschungen bei Athleten, die positiv auf Norandrosterone getestet wurden.
Seither wurden bei 18 Nahrungsergänzungsmitteln von 12 unterschiedlichen Firmen Verunreinigungen mit Prohormonen ermittelt. Dabei wurden die Kontaminationen in unterschiedlichen Chargen desselben Produkts gefunden.

Prohormone wurden bisher in folgenden Präparaten nachgewiesen:

  • Kreatin
  • Carnithin
  • Zink
  • Pyruvat
  • Ribose
  • Glutamin
  • Vitaminen und Mineralien
  • Tribulus Terrestris
  • Chrysin
  • Konjugierte Linolsäure (CLA)
  • Guarana
  • Verzweigtkettige Aminosäuren (BCAA)

Die aufgeführten Produkte lagen als Kapseln, Tabletten, Pulver oder Flüssigkeiten (z.B. Ampullen) vor. Die Präparate wurden aus den USA, Großbritannien, Schweden, Norwegen, Deutschland, Belgien und Israel bezogen.
Diese Ergebnisse zeigen, dass sich die Verunreinigungen nicht auf eine Gruppe an Nahrungsergänzungsmitteln oder gar eine spezifische Konsistenz einschränken lassen. Des weiteren lässt sich das Problem nicht nur auf den US Markt reduzieren.

Die Gefahr für die Athleten scheint zur Zeit nicht kalkulierbar.

Den Sportlern wird daher geraten nur Produkte einzunehmen, die auf Verunreinigungen getestet wurden. Grundsätzlich sollte jeder hinterfragen, welche Nahrungsergänzungsmittel tatsächlich notwendig sind.

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Quelle:
Geyer, H.; Mareck-Engelke, U.; Wagner, A.; Schänzer, W.;
Institut für Biochemie, März 2001
www.dopinginfo.de



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